Vom Traum Zum Iglu – Ein Winterprojekt Voller Freude

Manche Ideen brauchen Zeit. Unsere ganz besonders. Zwei Jahre lang haben wir darauf gewartet, dass endlich alles zusammenpasst: eine echte Kältefront, genug Eis, Urlaub im richtigen Moment – und vor allem die Motivation, das Projekt wirklich durchzuziehen. In diesem Jahr war es dann soweit. Das Wetter spielte mit, wir hatten frei, und der Wille war stärker als jede kalte Nacht.

Aus dem gefrorenen Weiher entstanden Stück für Stück massive Eisblöcke. Jeder einzelne musste gesägt, transportiert und passgenau gesetzt werden. Es war körperlich anstrengend, kalt bis in die Fingerspitzen und manchmal auch zäh – aber genau das machte den Reiz aus. Nach drei intensiven Tagen harter Bauarbeit wuchs aus vielen einzelnen Blöcken endlich das, worauf wir so lange hingearbeitet hatten: unser Iglu.

Als die Bauphase abgeschlossen war, war die Erleichterung riesig. Mit einem Innenmaß von 2,5 Metern Durchmesser und 1,9 Metern Höhe war aus Eis ein erstaunlich großzügiger Raum entstanden. In unser Iglu ist dabei mehr als nur Muskelkraft geflossen – es steckte jede Menge deutsche Ingenieurskunst darin. Wir integrierten Gauben und kleine „Fenster“, achteten auf Statik und saubere Lastverteilung, und am Ende war klar: Das Ding stand nicht nur gut da, es war bombenfest.

Damit das nicht nur Theorie blieb, musste sich das Iglu täglich einem ganz praktischen Belastungstest stellen – durchgeführt von mir persönlich. Das Bauwerk hielt wiederholtem Aufstieg bis ganz nach oben, inklusive Dachbegehung, problemlos stand. Spätestens da wussten wir: Dieses Iglu war nicht nur schön anzusehen, sondern auch technisch sauber umgesetzt.

Besonders schön war es zu sehen, wie viel Interesse und Begeisterung das Iglu ausgelöst hat. Menschen jeden Alters besuchten das Iglu, stellten Fragen, staunten, machten Fotos. Kinder waren fasziniert, Erwachsene neugierig – und viele konnten kaum glauben, dass dieses Bauwerk wirklich komplett aus Eisblöcken bestand. Die Freude der Besucher hat uns tief berührt und dem Projekt eine ganz neue Bedeutung gegeben.

Wie viel Arbeit, Planung und Teamgeist hinter dem Projekt stecken, zeigt auch das Video des BR24, das wir hier verlinkt haben. Darin sind die komplette Bauphase und die einzelnen Schritte sehr gut zu sehen – vom ersten Eisblock bis zum fertigen Iglu.

Die Übernachtung bei -12°C

Ein absolutes Highlight war natürlich die Übernachtung im Iglu – und sie war deutlich improvisierter, als man vielleicht vermuten würde. Da mir lediglich ein Sommerschlafsack für etwa 10 °C zur Verfügung stand, musste eine kreative Lösung her. Also entstand ein Bett aus acht Lagen, sorgfältig geschichtet und überraschend effektiv: eine Luftmatratze (1,40 × 2,00 m), Umzugskartons als zusätzliche Isolation, Kissen vom Außensofa, eine Rettungsdecke, der Schlafsack selbst, eine Winterdecke, eine Sommerdecke und obendrauf noch eine Sofadecke. Der Eingang wurde von innen mit einem Brett und einer Decke verschlossen – einfach, aber wirkungsvoll.

Schon das Zähneputzen vor dem Schlafengehen war ein Erlebnis für sich: klare, eiskalte Luft und ein unglaublich schöner, sternenklarer Nachthimmel. In der Nacht bin ich nach etwa zwei Stunden aufgewacht – nicht vor Kälte, sondern weil es unfassbar warm war. Mehrmals musste ich mich für ein paar Minuten aufdecken. Dass es draußen weiterhin deutlich unter null Grad hatte, zeigte die oberste Decke, die am Morgen leicht angefroren war.

Diese Nacht war etwas ganz Besonderes. Erst durch die Übernachtung wurde uns auch bewusst, wie verdammt beeindruckend unser Iglu bei Nacht aussieht – ruhig, massiv und fast schon magisch. Ein Erlebnis, das man nicht planen kann und das einem noch lange im Kopf bleibt.

Es war ein super schönes und cooles Projekt, das uns unglaublich viel Spaß bereitet hat. Wir möchten uns bei allen Besuchern herzlich für das tolle Feedback bedanken. Solche Erlebnisse und die Begeisterung, die wir teilen durften, sind das, was ein Projekt wirklich lebendig macht und unvergesslich bleiben lässt.

Iglu Galerie